Ergotherapie 2016-11-03T09:01:27+00:00

Ergotherapie

 

ergoDie wesentliche Zielsetzung der Ergotherapie ist die Erhaltung bzw. (Wieder)Herstellung größtmöglicher Selbständigkeit bei den Aktivitäten des täglichen Lebens und dadurch
der Erfüllung der individuellen Rollen im Alltag.

Bei Kindern ist an Ergotherapie zu denken, 

  • wenn sie in ihrer körperlichen, geistigen oder sozialen Entwicklung zurückliegen oder
    beeinträchtigt sind und/oder
  • wenn sie Schwierigkeiten in der Wahrnehmungsverarbeitung oder bei der sensorischen Integration haben
  • wenn sich Schwierigkeiten im Spielverhalten,
  • beim Lernen oder
  • bezüglich der Handlungsfähigkeit und
  • Bewältigen des Alltags herauskristallisieren.

Die zu beobachtenden Schwierigkeiten können unterschiedlicher Herkunft und somit auch Ausdruck von Störungen sein. Diese können sich beziehen auf

  • Entwicklungsverzögerungen,
  • angeborene Behinderungen,
  • Bewegungsstörungen,
  • Störungen in der Feinmotorik,
  • Regulationsstörungen, vgl. ADHS,
  • oder sie können auch Folgen eines Traumas oder Unfalls sein.

In der Therapie wird das Kind ganzheitlich gesehen und erfasst, um dann die speziellen Maßnahmen, Materialien und Tätigkeiten individuell auszusuchen und einzusetzen. Dabei handelt es sich um Spiel, Bewegung, kreative Betätigung und Alltagshandlungen.

Gemeinsam wird mit dem Kind je nach Bedarf gearbeitet:

  • an der grundlegenden Integration und Verarbeitung von Wahrnehmungsimpulsen,
  • der Koordination, Dosierung und Feinabstimmung von Bewegungen und einem integrierten Körperschema,
  • fein- und grafomotorischen Fertigkeiten wie Stifthaltung, Strichführung, Schrift als sogenannten Schulvorgängerfertigkeiten,
  • einer Verbesserung im Bereich der Regulation,
  • Impulskontrolle,
  • fokussierter Aufmerksamkeit,
  • Ausdauer,
  • Frustrationstoleranz,
  • Handlungsplanung,
  • Selbständigkeit und
  • sozialer Kompetenz.

Auch die begleitende Beratung der Eltern und die Zusammenarbeit mit anderen betreuenden Institutionen (Kindergarten, Schule, Hort, Ambulatorien) sind ein wichtiger Bestandteil der Therapie.

Der therapeutischen Intervention geht eine umfassende Begutachtung voraus, zu dem auch ein Elterngespräch mit gemeinsamen Zielsetzungen zählt. Durch das wesentliche Therapiemittel des gezielt eingesetzten Spiels, das richtige Maß an Anforderung und Motivation, sowie positive Verstärkung und dem Ermöglichen von Erfolgserlebnissen wächst das Kind in seinen Ressourcen und seinem Selbstvertrauen.

Jedes Kind wird in seinem „so-Sein“ akzeptiert, angenommen und dort abgeholt, wo es gerade steht. Es wird bestmöglich unterstützt, seinen eigenen Bedürfnissen und Alltagsanforderungen entsprechend, zu wachsen und lernen.

Im Fachbereich Neurologie/Geriatrie werden Menschen behandelt, die aufgrund von Erkrankungen und/oder Verletzungen des zentralen Nervensystems, entzündlichen und degenerativen Erkrankungen, peripheren Nervenläsionen und Polyneuropathien Probleme in der Bewältigung ihres Alltags haben. Beispiele solcher Erkrankungen/Verletzungen sind Schlaganfall, Morbus Parkinson, Multiple Sklerose, Tumor, Demenz, Schädel-Hirn-Trauma und Querschnittlähmung.

Durch verschiedene, auf den Klienten/die Klientin individuell angepasste Therapiemaßnahmen:

  • Training sensomotorischer Fähigkeiten (Grob- und Feinmotorik, Koordination, Ausdauer, Muskelkraft, …),
  • Neuropsychologisches Training (bei Neglect, Apraxie, räumlich-konstruktive Störungen, …) und
  • kognitives Training (Konzentration, Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Orientierung, …) und
  • bedürfnisorientierte Aktivierung,
  • Training der Selbstversorgung (Körperpflege, An- und Ausziehen, Essen und Trinken, Kochen, Einkaufen, Haushaltsführung, …),
  • Berufsbezogenes Training, Hilfsmittelberatung und -training sowie
  • der Förderung sozialer und emotionaler Fähigkeiten (Selbstwertgefühl, Eigeninitiative, …).

ErgotherapeutInnen arbeiten um

  • verlorengegangene Funktionen und Fertigkeiten wiederzuerlangen,
  • vorhandene Funktionen und Fertigkeiten zu erhalten und optimal zu nutzen und
  • um Kompensationsstrategien bei Funktionsverlust zu entwickeln.

Für ergotherapeutische Behandlung braucht man eine ärztliche Verordnung. Die Kosten werden dann zum Teil von der Krankenkasse zurückerstattet.

⇒ Unsere Therapeutinnen: Tina Fuhrmann, Marina Weiser und Theresa Ertl